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Direkt Laser System

Die Lasergravur mittels Direct Laser System (DLS) ist ein extrem schnelles und hochwertiges Gravurverfahren. Voraussetzung dafür ist entweder ein neuer Zylinderrohling oder ein bereits gebrauchter und wiederaufbereiteter Zylinder. Ein galvanischer Prozess sorgt für die Kupferschicht auf dem Zylinder, die exakt 50µ unter dem gewünschten Durchmesser liegt. Die danach aufgebrachte Zinkschicht von 55µ wird mit einer speziellen Oberflächenrauheit auf den gewünschten Durchmesser geschliffen. Beim Direct Laser System erfolgt die Bilddatenübertragung berührungslos mittels Laserstrahl direkt in die Zinkoberfläche des Zylinders. Es können 70.000 Näpfchenäpro Sekunde gelasert werden. Abschließend wird der Laserzylinder zum Schutz verchromt. Die Form der Lasernäpfchen wird in konventionell und halbautotypisch unterschieden: Als konventionell bezeichnet man Näpfchenämit einer festen Querdiagonale, die jedoch in der Tiefe variabel sind. Sind die Näpfchenäsowohl in Querdiagonale als auch in Tiefe variabel, so bezeichnet man diese als halbautotypisch. Entscheidend für die Form, Größe und Tiefe der Näpfchenäsind der Durchmesser des Laserstrahls, die Laserenergie und das Verfahren. Hier unterscheidet man Punktraster und Masterscreen. Das Punktraster, mit einem Schuss pro Näpfchenä ist die in der Industrie übliche Technik. Die qualitativ hochwertigere Masterscreen-Technologie mit sieben Schüssen pro Näpfchenäsorgt durch die bessere Auflösungöfür eine höhere Druckqualität. Der Masterscreen kommt üblicherweise bei speziellen Anwendungen, wie z.B. extrem feinen Texten, zum Einsatz. Die effektive Linienrasterung auf dem Zylinder liegt bei 40-160 l/cm (Punktraster und Masterscreen), wobei die tatsächliche, hierfür benötigte Rasterauflösung zwischen 100-400 l/cm liegt. Zusätzlich zur höheren Auflösungökann im Masterscreen eine Outline gelasert werden. Hauptsächlich die Tabak- und Sicherheitsdruckindustrie, aber auch der Markt für flexible Verpackungen, legen großen Wert auf die qualitativ hochwertigere Lasertechnologie. Das äußere Erscheinungsbild eines Laserzylinders unterscheidet sich nicht von dem eines elektromechanisch gravierten Zylinders. Entscheidend sind die weitaus überlegenen Druckergebnisse und der wesentlich schnellere Laserprozess. Laserzylinder bieten zudem eine bessere Farbübertragung, die vor allem auf nicht standardmäßigen Druckmaterialien, wie z.B. Aluminiumfolie oder ungestrichenem Papier, eine exzellente Qualität gewährleistet. Weitere Kosteneinsparungen können durch den geringeren Farbverbrauch erzielt werden. 

Zylinderaufbau bei der Direktlasergravur
1 Stahlrohr 30 mm, 2 Chrom 7 µ, 3 Zink 50 µ, 4 Kupfer 0,25 mm
Näpfchengeometrie: konventionell (tiefenvariabel)
Näpfchengeometrie: halbautotypisch (tiefen- und flächenvariabel)
Rasterwinkelung
links: Punktraster, rechts: Masterscreen                                                                                       links: Buchstabendarstellung im Punktrasterverfahren
                                                                                                                                                                rechts: Buchstabendarstellung im Masterscreenverfahren ohne und mit Outline
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