18.07.2014

Goldman Sachs mischt Verpackungsbranche auf

Klöckner Pentaplast, Constantia Flexibles, SIG Combibloc: Gleich drei große Verpackungshersteller stehen angeblich kurz vor dem Verkauf. Die milliardenschweren M&A-Deals dürften ein Fest für die großen PE-Investoren werden – und für die Investmentbank Goldman Sachs. 

Die Verpackungsindustrie in Zentraleuropa könnte schon bald ordentlich durchgeschüttelt werden. Nur wenige Monate nach dem Verkauf von Mauser stehen laut Informationen der F.A.Z. aktuell gleich drei weitere marktführende Hersteller zum Verkauf. Bei allen drei Deals geht es um Milliardensummen.

Am weitesten fortgeschritten ist der M&A-Prozess anscheinend bei Klöckner Pentaplast (Umsatz: 1,2 Milliarden Euro), glaubt man der F.A.Z. Dem Bericht zufolge müssen die Kaufinteressenten bis zum morgigen Freitag ihre vorläufigen Angebote abgeben. Betreut wird der M&A-Prozess von Goldman Sachs und Jefferies. Eigentümer ist der auf Sondersituationen spezialisierte PE-Investor Strategic Value Partners (SVP), der 2012 Blackstone als Klöckner-Pentaplast-Besitzer abgelöst hatte. F

INANCE-Informationen zufolge hatte SVP schon vor einem Jahr zum ersten Mal einen Verkauf von Klöckner Pentaplast ausgelotet. SVP hatte auch bei der finanziellen Rettung des Solarkonzerns Solarworld im Zuge eines Debt-to-Equity-Swaps eine entscheidende Rolle gespielt. Die Preisvorstellung von SVP soll bei 1,5 Milliarden Euro liegen, dem rund achtfachen des für das laufende Geschäftsjahr geplanten Ebitda von 186 Millionen Euro. Zu diesem Preis hat auch der Verpackungshersteller Mauser vor wenigen Monaten den Eigentümer gewechselt. Käufer war der US-Investor Clayton Dubilier & Rice (CDR), Verkäufer Dubai International Capital. Sollte der Verkauf gelingen, dürfte SVP eine stattliche Cash-Komponente einstreichen, denn der Leverage von Klöckner Pentaplast soll sich der F.A.Z. zufolge inzwischen auf das 2,4-fache Ebitda verringert haben – ausgehend vom neunfachen Ebitda im Vorfeld des Einstiegs von SVP.

Pikante Konstellation im M&A-Prozess von Constantia Flexibles

Auch bei den Verkaufsprozessen für die österreichische Constantia Flexibles und die Schweizer SIG Combibloc mischt offenbar Goldman Sachs mit – bei Constantia an der Seite der Investmentbank JP Morgan. Diese Konstellation ist pikant, denn JP Morgan hat erst vergangene Woche die frühere Goldman-Partnerin Dorothee Blessing an Bord geholt. In ihrer neuen Position hat Blessing die Hauptverantwortung für M&A-Mandate in der DACH-Region in der Hand, zu denen auch der Constantia-Deal gehört.

Der Haupteigentümer von Constantia Flexibles, der PE-Investor OEP, verfolgte als Exitstrategie bislang in erster Linie einen Börsengang. Doch wegen divergierender Preisvorstellungen wurde das ins Auge gefasste Börsendebüt in Frankfurt und Wien im vergangenen Herbst in letzter Minute abgeblasen. OEP kontrolliert 75 Prozent der Anteile von Constantia Flexibles, das restliche Viertel liegt in den Händen von Familienaktionären. Der Umsatz beträgt aktuell rund 1,7 Milliarden Euro. Dem Bericht der F.A.Z. ist zu entnehmen, dass OEP offensichtlich kein Dual-Track-Verfahren aufgesetzt hat, sondern aktuell nur einen Verkauf prüft und keinen erneuten Anlauf an die Börse. Zu den Interessenten sollen hauptsächlich PE-Investoren zählen. Auch der Verkäufer von SIG Combibloc, die Rank Group aus Neuseeland, setzt auf die hohe Zahlungsbereitschaft der PE-Investoren. Großes Interesse an dem 1,7 Milliarden Euro erwirtschaftenden Schweizer Unternehmen sollen die Top-Investoren Blackstone, KKR und CVC haben. 


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