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Druckverfahren

Man unterscheidet im Wesentlichen vier Verfahren: Tiefdruck, Hochdruck, Flachdruck (Offsetdruck) und Siebdruck (Durchdruck / Serigraphie).

 

Tiefdruck - druckende Partien liegen tiefer als nichtdruckende (Bild 1): Das zu druckende Motiv wird in Form von Näpfchen in die Druckform eingraviert, -gelasert oder -geätzt (elektromechanische Gravur, Lasergravur, Laserätzung). Die Druckfarbe wird durch partielles Eintauchen der Druckform in die Farbwanne in die Näpfchen gebracht. Vor der Übertragung auf das Substrat wird die Oberfläche (nichtdruckende Stellen) mit einem Rakelmesser wieder von Farbe befreit. Die so verbliebene Farbe in den Näpfchen wird dann auf das Substrat übertragen.

 

Hochdruck - druckende Partien liegen höher als nichtdruckende (Bild 2): Bei der Herstellung der Druckform müssen alle nicht druckenden Flächen entfernt werden. Die Druckfarbe haftet schließlich an den erhabenen Flächen, durch welche die Farbe auf den Bedruckstoff übertragen wird. Das noch relativ junge Flexodruckverfahren (Mitte 19. Jahrhundert) arbeitet nach diesem Prinzip.

 

Flachdruck - druckende und nicht druckende Flächen liegen auf einer Ebene (Bild 3): Das Verfahren nutzt den Trenneffekt von Wasser und Fett. Das Motiv wird so auf die Druckform aufgebracht, dass farbfreundliche (lipophile Partien) entstehen, während sich die nichtdruckenden Stellen wasserfreundlich (hydrophil) verhalten. Beim Druckvorgang wird zunächst die Druckform mit einem Wasserfilm befeuchtet, danach wird die Druckplatte mit Farbe eingefärbt. Die Druckfarbe haftet durch ihre Eigenschaften nur auf den lipophilen Flächen und wird von dort auf den Bedruckstoff übertragen. Das bekannteste Flachdruckverfahren ist der Offsetdruck. Hier erfolgt die Übertragung der Farbe von der Druckform zunächst auf einen Gummituchzylinder und von dort auf das Substrat.

 

Durchdruck - die Druckform fungiert als Schablone (Bild 4): Ein feinmaschiges Gewebe ist auf einem Rahmen aufgespannt. Die nicht druckenden Stellen sind undurchlässig, bei den druckenden Stellen ist das Gewebe offen. Die Farbe wird dann mit Hilfe eines Rakels durch das Gewebe auf den Bedruckstoff gedrückt. Ein Durchdruckverfahren mit sehr vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ist der Siebdruck.

1 Tiefdruck, 2 Hochdruck, 3 Flachdruck, 4 Durchdruck
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